Henry Ripke - Architekten
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DOL 48 - Aufnahme
 
Im DOL 48 Botschafterresidenz

Umbau und Sanierung einer Villa zur
Residenz des Marokkanischen Botschafters
Schwerpunkte
- Wohnungsbau - Grundrißoptimierung - Denkmalpflege
- Sanierung - Detailentwicklung
Ansicht Eingang

Berlin - Dahlem
2000 - 2001


Grundstückfläche: ca.4500m²
Ansicht Garage   Ansicht Garage
Entwurf
Die Villa wurde nach einem Entwurf von O. Bartning im Jahre 1914-15 fertiggestellt und hat eine bewegte Geschichte erfahren.
Der Entwurf von O. Bartning zeichnet sich durch eine sehr frühe, auf die Moderne verweisende Entwurfshaltung aus. Die Einflüsse des Englischen Landhauses, wie sie H. Muthesius nach Deutschland gebracht hat, sind deutlich zu spüren.
Die eigenwillige Positionierung des Hauses aus der Bauflucht der benachbarten Häuser heraus in die Nord-Ost-Ecke des Grundstückes resultierte aus der Intension, einen Englischen Landschaftsgarten mit Anklängen an Sissinghurst Castle zu verwirklichen.
Aus den Wohnräumen ergibt sich durch diesen Kniff ein weiter Blick in den parkartigen Garten.
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Vorgabe
Modernisierung und Restaurierung einer denkmalgeschützten Villa auf einem parkähnlichen, ebenfalls denkmalgeschützten Grundstück zur Residenz des Marokkanischen Botschafters. Hinzufügen kleinerer nutzungsbedingter Ergänzungsbauten an der Straßenfront und dem rückwärtigen Gebäude sowie Wiederherstellung des Swimmingpools.

Eingang
Eingang

Der Grundriss der Villa folgt weitgehend den Idealen der Landhausbewegung mit klaren Raumdefinitionen in überschaubaren Dimensionen, die keinen Wert auf Repräsentation legen. Zurückgezogenheit und Komfort sowie der Bezug zur Natur stehen im Vordergrund. Lediglich eine kleine Eingangshalle mit einer einladend gestalteten Treppe kommt repräsentativen Bedürfnissen nach. Der technische Ausstattungsstandard war zukunftsweisend.

Der Gebäudekubus ist auf zwei klar ablesbare Volumen, die sich verschneiden, reduziert. Ein einfaches Satteldach bedeckt das Gebäude. Es wird auf der Rückseite weit heruntergezogen und bildet zusammen mit den kräftigen Schornsteinen ein malerisches Motiv. Auch in der Detailausbildung halten sich technisch innovative Lösungen und dem Landhausstil verpflichtete Elemente die Waage. Der einfache, grobe Reibeputz aus Kalkzement und das Dach aus grauen Biberschwänzen kontrastieren zu den Fenstergewänden aus Beton mit (englischen, doppelt verglasten) Stahlfenstern. 1927 bekam das Haus einen eingeschossigen Anbau, der den Gartensaal aufnimmt und die gestiegenen Repräsentations bedürfnisse widerspiegelt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Villa von General Clay genutzt und nach der Rückgabe an die Eigentümer im Innern unwesentlich umgebaut.

Otto Bartning Otto Bartning (innen)
Aufnahme um 1914 von Otto Bartning

Bei der Modernisierung und Restaurierung ist sehr behutsam mit der Substanz umgegangen worden und die Veränderungen haben sich auf wenige Grundriss optimierungen für die neue Nutzung beschränkt. Teilweise konnte in diesem Zusammenhang der alte Grundriss wiederhergestellt werden.

Die Ergänzungsbauten an der Straßenfront nehmen in ihrer Kubatur die Einfachheit des Haupthauses wieder auf. In der Materialität reflektieren sie die des Haupthauses und arbeiten mit Stahlträgern, hellgrauem, geschichtetem Schiefer und sandgestrahltem Sichtbeton.

Der Garten wurde in seiner ursprünglichen Gestalt wieder hergestellt und im hinteren Bereich um den veränderten Swimmingpool angepasst.